Barbara Mounier, Klar und Deutlich - Agentur für einfache Sprache

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Wie viele Menschen brauchen eigentlich Einfache Sprache oder Leichte Sprache? Und woher weiß man das?


Es gibt den Fachbegriff „funktionaler Analphabetismus“. Was bedeutet er? Das Wort „funktional“ bedeutet: Etwas entspricht (nicht) den Anforderungen, die gestellt werden. Und Analphabet ist jemand, der nicht lesen kann. Es geht also um das Verhältnis von Fähigkeiten und Anforderungen.


Ein funktionaler Analphabet liest nicht gut genug, um mit den Anforderungen eines Lebens in Deutschland selbstständig zurechtzukommen.


Konkret: Nur sehr wenige Menschen in Deutschland kennen die Buchstaben nicht. Auch einzelne Wörter können die allermeisten lesen. Doch schon bei einfachen Sätzen wird es schwieriger: 2,3 Millionen Menschen in Deutschland können Sätze nicht sinnerfassend lesen. Doppelt so viele Menschen (5,2 Millionen) scheitern daran, kurze und einfache Texte zu lesen und zu verstehen. Und das ist eine Fähigkeit, die man in Deutschland braucht. In fast jedem Beruf und ständig im Alltag.


Insgesamt gibt es also 7,5 Millionen Menschen in Deutschland, die nicht gut genug lesen und schreiben können, um ihren Alltag eigenständig zu gestalten.


Diese Menschen nennt man „funktionale Analphabeten“. Sie brauchen Hilfe. Sie vermeiden Situationen, in denen sie lesen müssen. Sie müssen sich vieles merken, statt es zu notieren. Und sie leben ständig in der Angst, entdeckt zu werden. Denn nicht lesen zu können ist vielen peinlich. Deshalb erfinden sie Ausreden: „Ich fülle das Formular zu Hause aus“, „Ich habe meine Brille vergessen“ oder Ähnliches.


Sie alle brauchen Einfache Sprache oder Leichte Sprache.


Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus der „leo-Studie“ von 2011. Mehr Informationen dazu finden Sie online bei der Uni Hamburg: http://blogs.epb.uni-hamburg.de/leo/files/2011/12/leo-Presseheft_15_12_2011.pdf


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